Unterwegs nach Pakistan

Wenn dieser Blog online gestellt wird, werde ich wohl gerade in Dubai auf den Weiterflug nach Islamabad warten. Es geht wieder nach Pakistan.

Es wird mein vierter Besuch in diesem Land sein, das viele nur von Katastrophen kennen oder von gewalttätigen Ausschreitungen. Innerhalb der letzten fünf Jahren habe ich… allerdings auch ein Land kennen gelernt, in dem viele hilfsbereite Menschen leben, die gerade in Notsituationen vor allem eins im Sinn haben: Sich gegenseitig unter die Arme zu greifen.Das wird allerdings – auch dieses Mal – wieder nicht ausreichen. Dazu ist das Ausmaß der Sintfluten zu gravierend. Schon die nackten Zahlen erschrecken: Fast eintausend Dörfer sind betroffen, auf vielfältige Weise. Häuser wurden komplett zerstört oder sind so beschädigt, dass ein Wiederaufbau nötig ist. Tausende von Hektar Getreidefeldern sind jetzt in einem Zustand, als ob sie nie bestellt worden wären. Die Folge sind, nüchtern ausgedrückt, massive Ernteausfälle. Und das heißt, dass den Menschen ihre Lebensgrundlage vom Wasser entrissen wurde.

Nach der Flut kommen die Krankheiten
Tiere sind verendet, ertrunken wie Menschen. Die Kadaver der Rinder und Ziegen konnten nicht geborgen werden; sie schwimmen irgendwo im Wasser oder liegen jetzt an den Ufern des Flusses Indus. Da waren die Meldungen über erste Fälle von Cholera vorprogrammiert. Das bedeutet Todesgefahr für die, die überlebt haben. Es gibt zu viel Wasser, das „steht“, so heißt es – es fließt viel zu langsam ab. Dann werden hygienische Bedingungen in solchen Gebieten miserabel. Denn wo keine Toiletten sind, brechen sich Krankheiten wie Cholera leicht Bahn. In Pakistan herrschen zur Zeit perfekte Bedingungen dafür.

Ein Hilfskonvoi auf dem Weg in die von den Fluten betroffenen Gebiete (Foto: CARE)

Ein Hilfskonvoi auf dem Weg in die von den Fluten betroffenen Gebiete (Foto: CARE)

Deshalb ist es gut, dass CARE mit sogenannten „mobilen Gesundheitseinheiten“ unterwegs ist. Hygienepakete werden jetzt verteilt. Damit sich die Menschen waschen können, die Kinder versorgt und wenigstens fürs Erste ein minimaler Schutz vor weiteren Krankheiten gegeben ist.

Mehr als die Hälfte der von dieser schwersten Flutkatastrophe seit über 80 Jahren betroffenen Menschen sind Kinder. Das hat die UNO gerade berichtet. Sie und ihre Mütter sind besonders hilfsbedürftig; sie sind die Schwächsten. Und welche Herausforderung Hilfsleistungen in dem riesengroßen Gebiet sind, kann man hier nachlesen.  Es ist die Seite der Regierung, die die Einzelheiten der „Flut 2010“ auflistet. In diesem Fall ist es ein Überblick über die Zahl blockierter oder zerstörter Brücken.

Dringlichste Information: der Wetterbericht

Die wichtigste Website  für die Menschen in Pakistan, ist zur Zeit sicher diese Seite. Es ist der Wetterbericht, der keine Rückkehr zur Normalität bedeutet. Regen wird in vielen Gebieten auch weiter prognostiziert, Stürme ebenso. Nur in Mardan, im Nordwesten des Landes, wird Sonnenschein angekündigt, jedenfalls für heute und morgen.

Bei all den schrecklichen Nachrichten zeigt sich in diesen Tagen wieder, dass CARE durch seine internationale Arbeit schnell auf solche Katastrophen reagieren kann. Weil es auch in Pakistan ein Büro gibt. Es war erst kurz vor dem schweren Erdbeben 2005 gegründet worden. Morgen werde ich auch dort sein und versuchen, meinen Teil zu leisten, damit es den Opfern des Monsuns etwas besser gehen kann. Meine Kollegen in Pakistan arbeiten schon daran.

Ein Kommentar zu “Unterwegs nach Pakistan”

  1. minecraft download freeam 18.10.2011 um 12:58

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