Tag 6: Ein Tag mit Boris Becker in der Fußballschule

Gut anderthalb Jahre nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti macht sich Pressereferentin Birte Steigert auf in den Karibikstaat, um die Projekte der Bündnispartner von Aktion Deutschland Hilft zu besuchen.

Gregor Werth ist Landeskoordinator der Organisation Help e.V. in Haiti und begleitet uns in aller Früh mit der großen Reisegruppe auf das Gelände des zukünftigen Fußballinternats mit angeschlossener Fußballschule. Gregor ist der Projektleiter und kennt die Schule wie seine Westentasche, genau wie Haiti. Drei Tage nach dem Erdebeben gehörte er zu einem der ersten Helfer der Bündnispartner von Aktion Deutschland Hilft im Land.

Begrüßt werden wir an diesem Tag von gut 50 Schülerinnen und Schülern, die in der offenen Mensa der Schule auf uns boris_becker_fussball warten. Von dem bekannten Tennisspieler Boris Becker haben sie alle zwar noch nie gehört, aber alle haben sichtlich Spaß, als er und Ehefrau Lilly mit ihnen gemeinsam Fußball spielen.

Sabine Christiansen, die fließend Französisch spricht, setzt sich direkt mitten in die Kindermenge und unterhält sich angeregt mit den angehenden Fußballstars. Gerade für die Jungs ist heute ein besonderer sabine_christiansen_im_gespraech Tag, denn im Moment laufen die Auswahltrainings, die darüber entscheiden, wer in Zukunft die Schule besuchen kann und neben dem Sport auch eine gute Ausbildung erhält.

Bei den Mädchen ist die Entscheidung schon gefallen: Unter den glücklichen Auserwählten ist auch die 14 jährige Rudena Payere. Sie kommt aus einem ärmlichen Vorort von Port au Prince und bekommt mit dem Internatsplatz eine große Chance,  ein anderes Leben zu führen als ihre Eltern. Wenn sie einmal erfolgreich ist, möchte sie ihren Verdienst mit ihrer Familie teilen und allen ein besseres Leben ermöglichen. Ihr größter Wunsch ist es, ihre Eltern von der Armut zu befreien. Das alles erzählt sie Boris Becker und Sabine Christiansen, den beiden  Prominenten aus dem fernen Deutschland vor laufender Kamera und scheint gar nicht aufgeregt zu sein. Bewundernswert!

rudena Wir begleiten Rudena auch in ihr Haus und treffen ihre Eltern und Geschwister. Das Mädchen konnte sich während des großen Erdbebens gerade noch aus dem Haus retten, aber sie und ihre Familie haben damals alles verloren. Trotzdem ist Rudena wie alle Teenager: Sie kichert mit ihrer Freundin, zieht sich gerne schön an und zeigt uns ihre kleine CD-Sammlung. Aber auch Unterschiede werden in dieser privaten Welt deutlich: Am Abend wird in der Küche der große Esstisch weg geschoben und Matratzen ausgelegt, der Raum verwandelt sich in ein Schlafzimmer für vier Personen.

Aber Rudena ist glücklich. Auch wenn sie gerne Fußball spielt und das Talent ihr einen Platz an der Schule ermöglicht hat, ist ihr die Schule sehr wichtig. Rudena interessiert sich für Mathematik und Informatik und will später einen guten Beruf haben. Genau das ist auch der Ansatz des Gemeinschaftsprojektes von Sat1, Laureus, Rotary, Help und Aktion Deutschland Hilft: Bildung vermitteln mit Hilfe des Fußballs.

In einigen Monaten soll die Fußballschule eröffnet werden, und viel Jungen und Mädchen bekommen hier die Möglichkeiten auf eine gute Ausbildung, mit der sie in Zukunft ihr Land aktiv selber mitgestalten und wieder aufbauen können.

Zurück aus dem Projekt und nach einem langen Tag sitzen wir noch lange zusammen mit den Laureus Gästen und sprechen über die Probleme und Chancen von Haiti. Morgen früh geht es auch für mich zurück nach Deutschland. Im Gepäck habe ich einen ganz neuen Eindruck von Haiti, diesem Land, das schon vor dem Erdbeben mit vielen Sorgen kinder-haiti-abschlussbild zu kämpfen hatte. Aber ich nehme auch viel Hoffnung mit, dass die vielen engagierten Menschen und ihre Organisationen vor Ort auch weiterhin die Rahmenbedingungen und vor allem finanziellen Mittel haben, nachhaltige Projekte durchführen zu können, um Haiti letztendlich besser und stärker wieder aufzubauen, als es vor der großen Katastrophe war.

 

 

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